Dienstag, 9. Februar 2016

[ Rezension ] Bannwald


Titel: Bannwald | Autorin: Julie Heiland | Verlag: Fischer Verlag | Erschienen: Mai 2015 | Seiten: 325 | Preis: 16,99 Euro im Hardcover | ISBN: 978-3841421081


Klappentext

Ich hasse den Wald. Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen. Er tut so, als wäre er mein Zuhause. Aber das ist er nicht. Er ist mein Gefängnis. Sie können nicht töten – als Anhänger der weißen Magie erschaffen sie nur. Seit Generationen lebt der friedliche Stamm der Leonen gefangen im Wald, gewaltsam unterdrückt vom Stamm der mörderischen Tauren. 
Als die 17-jährige Robin auf den jungen Tauren Emilian trifft, ist sie sich sicher, dass er sie töten wird. Doch Robin gelingt es zu fliehen – scheinbar. Erst später wird ihr bewusst: er hat sie laufen lassen. Warum? Als Robin dann ein Reh mit der bloßen Kraft ihrer Gedanken tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Was ist mit ihr? 
Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind. Wie es dazu gekommen ist? Wie es immer zu so etwas kommt. Die Starken wittern die Macht und bezwingen die Schwachen. Wir, der Stamm der Leonen, sind Anhänger der weißen Magie. Die Magie der Natur. Wir heilen, wir erschaffen, wir tun Gutes. Die anderen, der Stamm der Tauren, haben sich der schwarzen Magie verschworen. Sie herrschen kaltblütig, sie vernichten, sie töten. Auch uns. Aber das werde ich nicht länger zulassen. 

(Quelle: Verlag)



Ich sag noch was dazu ...


Das Cover ist sehr schön und fiel mir sofort ins Auge. Auch hat mich der Klapptext überzeugen können und ich wollte unbedingt mehr über Robin und ihre Geschichte erfahren. Das Buch ist ein schöner Blickfang für das Bücherregal! 

Robin, ein 17-jähriges Mädchen, lebt als Adoptivtochter des Anführers der Leonen in einer kleinen Siedlung im Wald. Ihre Mutter hat sie nie kennengelernt, da diese von den Tauren nach ihrer Geburt getötet wurde. Auch wer ihr Vater ist, weiß Robin nicht. Die Leonen sind ein sehr naturverbundenes Sternenvolk und Anhänger der weißen Magie. Diese Gabe erlaubt ihnen zu erschaffen, zu heilen und Gutes zu tun. Einst waren sie der mächtigste Stamm, doch werden die Leonen heute von den Tauren unterdrückt, ausgebeutet, verachtet und getötet und müssen deshalb in einem für sie begrenzten Waldgebiet unter spärlichen Bedingungen leben. Die Tauren bedienen sich der schwarzen Magie. Sie töten, sind kaltblütig und vernichten. Sie leben ihre Macht, Überlegenheit und den Luxus gegenüber den Leonen voll aus. Als Robin auf der Jagd zufällig in das verbotene Gebiet läuft und einem jungen Tauren begegnet, schließt sie mit ihrem Leben bereits ab. Doch der Taure Emilian tötet sie nicht, sondern lässt sie gegen jede Regel entkommen. Durch ein weiteres erschreckendes Ereignis für Robin und das erneute Zusammentreffen mit Emilian, verändert sich für die junge Frau alles. Wird sie ihr Schicksal annehmen können?

Erzählt wird aus der Sicht von Robin und vereinzelt von noch zwei anderen Charakteren. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Ich-Perspektive versetzt den Leser direkt in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, was einen somit unmittelbar in das Geschehen mit einbezieht. Robin ist ein starker Charakter jedoch auch mit Selbstzweifeln und Ängsten. Sie muss Entscheidungen treffen, die für ihr weiters Schicksal von großer Tragweite sind. Sie war mir von Anfang an sehr sympathisch. Die Idee und die Geschichte hinter dem Buch, fand ich sehr gut und auch die einzelnen Charaktere haben mich begeistern können. Bis auf Laurin, der war mir ein bisschen suspekt, doch vielleicht sollte er auch so rüberkommen. Ich hätte ihn nicht wirklich als besten Freund haben wollen, denn er verhält sich in meinen Augen nicht immer korrekt. Emilian hat mich von Anfang an umgehauen. Ja, hat er! Ich fand ihn wirklich toll! ;) Ebenso wie Robin waren beide Charaktere einfach gut dargestellt und Emilians Zweifel und sein widersprüchlichen Verhalten konnte ich nachvollziehen. Das Hin und Her der Gefühle fand ich sehr passend. Man sollte bedenken, dass beide ihr ganzen Leben den Hass auf den anderen Stamm zu spüren bekommen haben und sich mit der aufkeimenden Liebe in Gefahr bringen. Schade fand ich nur, dass man nicht viel über die Welt, in der die Protagonisten leben erfährt. Auch hätte ich gerne mehr über die anderen Sternenvölker erfahren. Aber vielleicht kommt es ja in einem der beiden Nachfolger.


Mein Fazit


Ein gelungenes Buch mit einer interessanten Geschichte! Ich hatte zwar am Anfang etwas mit dem Schreibstil der Autorin so meine Schwierigkeiten, jedoch habe ich mich an die kurzen Sätze schnell gewöhnt und es hat auf alle Fälle der Lesefreude keinen Abbruch getan. Das alles ist aber reine Geschmacksache. Ich kann das Buch durchaus empfehlen. Es ist absolut lesenswert!


Ein bannwäldisches Lesevergnügen: 4 von 5 Punkten




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"Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht."
Virginia Woolf