Dienstag, 15. März 2016

{ Rezension } Black Rabbit Hall


Titel: Black Rabbit Hall

Autor: Eve Chase

Verlag: blanvalet

Seiten: 411

Erschienen: Februar 2016

Preis: 19,99 Euro Hardcover

ISBN: 978-3764505608






Black Rabbit Hall ist mir durch seine Gestaltung sofort ins Auge gefallen und hat mit diesem schönen Cover mein erstes Interesse geweckt. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, wollte ich es unbedingt lesen.

Vielen Dank an blanvalet für dieses Rezensionsexemplar!










Amber Alton weiß dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, langsamer vergehen, als anderswo. Es passiert nicht viel. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen Amber und ihre drei Geschwister sich nun mehr denn je aufeinander verlassen.

Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem neue Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls - und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus...

(Quelle: Verlag)





1968/69: Amber Alton verbringt die Ferientage auf Pencraw Hall, dem Sommersitz ihrer Familie. Von allen wird es nur "Black Rabbit Hall" genannt. Die Zeit vergeht dort sehr langsam und es passiert nicht wirklich viel. Zusammen mit ihren zwei kleinen Geschwistern Kitty und Barney und ihrem Zwillingsbruder Toby verbringt sie dort ein sehr unbeschwertes Leben. Sie werden geliebt und ihre Mutter vermittelt jedem von ihren Kindern, etwas ganz besonderes zu sein. Doch das weitere Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Durch tragische Ereignisse, einer nicht geduldeten Liebe und Lügen, wird das Glück der Familie überschattet und ihr weiteres Leben verändert sich auf das Tragischste. Nichts wird jemals wieder so sein, wie es war. 

Drei Jahrzehnte später fährt Lorna Smith mit ihrem Verlobten Jon nach Cornwall um ein geeignetes Haus für ihre Hochzeit zu finden. In Lornas Gedanken taucht eben dieses Black Rabbit Hall aus ihrer eigenen Erinnerung auf. Mit ihrer verstorbenen Mutter hat sie immer wieder das Herrenhaus im Urlaub besucht und Lorna möchte unbedingt dort ihre Hochzeit feiern. Auch verspürt sie eine seltsame Verbundenheit zu diesem Haus und möchte wissen, was es damit auf sich hat. Lorna lernt im weiteren Verlauf die alte Mrs. Alton kennen. Doch was die Hausherrin ihr in Gesprächen erzählt, was Lorna selbst herausfindet und was das alles mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun hat, hätte sie nie erwartet. 






Die Geschichte ist ruhig und es passiert nicht wirklich viel. Doch genau das ist es, was das Buch ausmacht. Es geht nicht um irgendeine actiongeladene Story, sondern um eine Familie, die durch tragische Schicksalsschläge mit dem weiteren Leben fertig werden muss. Die leisen und sanften Töne schaffen ein sehr schönes und emotionales Bild und die Geschichte lebt von seiner gesamten Atmosphäre. 
In dem Buch werden die Geschehnisse aus zwei verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven erzählt. Einmal verfolgt man die Geschichte aus der Sicht von Amber Alton in der Ich-Perspektive aus dem Jahr 1968/69 und das andere Mal aus der Sicht von Lorna Smith in der 3. Person, in der heutigen Zeit. Leider bin ich mit Lornas Teil nicht so richtig warm geworden und mir hat Ambers Teil einfach besser gefallen. Ich habe die einzelnen Kapitel regelrecht verschlungen und die Ereignisse waren für mich einfach viel greifbarer. Ich habe mich bei Lorna eher nur als eine stille Beobachterin des Ganzen gefühlt und es war für mich schwierig, mich in die Geschichte wieder reinzufinden, nachdem ich Ambers Part gelesen habe. 
Die einzelnen Charaktere aus Ambers Teil kamen herzlich, authentisch und sympathisch rüber und ich konnte mir ein sehr gutes Bild von jedem einzelnen machen. Amber war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ein nettes, ruhiges junges Mädchen, dass sich geliebt fühlt und zufrieden mit ihrer Welt ist. Ihr Zwillingsbruder Toby ist das komplette Gegenteil von ihr - stürmisch, wild, aufbrausend, zornig. Doch beide halten wie Pech und Schwefel zusammen. Auch die andern Geschwister habe ich als sehr "süß" und liebenswert empfunden. Kitty mit ihrer Lumpenpüppi und auch der kleine Barney, den man nie unbeaufsichtigt lassen kann und der zuerst keine Kaninchen mag, bis er feststellt, wie weich sie doch sind. Einfach nur lieb geschildert.  Doch ein schlimmes Ereignis tritt ein und ändert alles. Der Vater zieht sich daraufhin immer mehr zurück und kümmert sich überhaupt nicht mehr um seine Kinder. Als dann auch noch nach ein paar Monaten jemand neues ins Leben der Familie tritt, geht irgendwie alles den Bach runter und keiner kommt mehr wirklich klar. Genau da, verliebt sich auch noch Amber und ihr persönliches Glück scheint perfekt. Doch es kommt alles ganz anders und das Leben wird durch ein weiteres Unglück überschattet. 

Wie das Ganze allerdings mit Lornas eigener Vergangenheit zusammenhängt, müsst ihr dann selber lesen. 




Ein schönes und ruhiges Buch, dass von seiner Atmosphäre lebt. Trotz ein paar "Schwierigkeiten" mit Lornas Part haben mir die zwei Zeitebenen gut gefallen. Auch die Geschichte um die Familie fand ich gelungen. Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert. 




Ich gebe Black Rabbit Hall
4 von 5 Leseherzen



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1 Kommentar:

  1. Huhu Missy,

    mit deiner aussagekräftigen Rezi hast du mir glatt Lust auf das Buch gemacht! Da ist es ganz praktisch, dass meine Mutter es im Urlaubsgepäck dabei hat. Meine Bücher gehen nämlich schon zur Neige...

    Liebe Grüße
    Kathi von Lesendes Federvieh

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"Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht."
Virginia Woolf