Donnerstag, 28. April 2016

{ Rezension } Ungenügend


Titel: Ungenügend | Autorin: Asuka Lionera | Erschienen: Februar 2016 | Verlag: Drachenmond Verlag | Seiten: 250 | Preis: 12 Euro Softcover | ISBN: 987-3-959912242


Klappentext

Scheiße! Sie ist es! Siedendheiß durchläuft es meinen Körper. Gott, diese Stimme! Allein schon wie mein Vorname über ihre rosa Lippen kommt, bringt mich um den Verstand. 

Leon ist der Playboy der Schule, doch sein Herz gehört nur einer Frau: seiner ehemaligen Mathenachhilfe Alex. Als seine Eltern der anstößigen Beziehung auf die Schliche kommen, müssen sich Leons und Alex`Wege trennen. 

Fast vier Jahre später stolpert Alex erneut in Leons Leben - und bringt es gehörig durcheinander. Denn nun steht sie als ausgebildete Lehrerin vor ihm und ein Zusammensein scheint unmöglich ...

(Quelle: Verlag)





Ich sag noch was dazu ... 


Das Cover ist sehr ansprechend und auch das "Ungenügend" mitten im Bild stellt eine Verbindung zur Geschichte dar. Ein echter Hingucker im Bücherregal.

Leon ist ein Playboy wie er im Buche steht und er war mir von Anfang an super sympathisch - obwohl er so ist, wie er ist. Er besucht die 12. Klasse und weiß, was er will. Leon sieht verdammt gut aus, ist nicht auf den Mund gefallen und die Mädchen liegen ihm Reihenweise zu Füßen. Und Leon nimmt sich, was ihm gefällt. Doch all diese Mädchen können nicht die Eine ersetzen, nach welcher sich Leon sehnt. Alle Mädchen vergleicht er mit ihr und keine kann diesem einen Mädchen das Wasser reichen. Denn vor drei Jahren ist Alexandra in sein Leben getreten - seine Mathenachhilfe und ganze fünf Jahre älter als er. Leon war sofort hin und weg von Alex und die beiden hatten eine leidenschaftliche Affäre. Eigentlich kein Problem, doch Leon war zu dieser Zeit noch Minderjährig. Als das Ganze aufflog, war das für seine Eltern natürlich ein voller Skandal. Sie schmissen Alex hochkant raus und diese verschwand auf Nimmerwiedersehen - bis sie eines Tages wieder vor ihm steht. Als seine Lehrerin. Leon kann es einfach nicht glauben, dass sie wieder da ist und ab diesem Moment ist für ihn nichts mehr, wie vorher. Endlich hat er sie wieder - die Eine, nach der er sich ständig verzehrt hat. Leon versucht nun alles, um sie wieder für sich zu gewinnen und steigert sich in seine ganzen Aktionen komplett rein, was mich zum Schmunzeln gebracht hat. Seine Liebe zu Alex grenzt wirklich schon an Besessenheit und ich habe oft nur meinen Kopf geschüttelt.

Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte aus der Sicht von Leon erzählt wird. Am Anfang war ich zwar etwas skeptisch, ob das aus der Sicht eines Jungen funktioniert, doch die Autorin hat das wirklich überzeugend hinbekommen. Die Rückblenden in dem Buch fand ich sehr aufschlussreich und auch Leons Gedanken beim ersten Zusammentreffen mit Alex sind einfach zu köstlich. Leon hat mich mit seiner Denk- bzw. Handlungsweise voll überzeugen können und auch wie er dargestellt wird, hat mir sehr gefallen. 


„Beinahe grinse ich meinem eigenen Spiegelbild zu. Wenn ich mir selbst kaum widerstehen kann, wie soll es dann Alex schaffen?“ (S.50).


Alex konnte ich allerdings nie wirklich richtig einschätzen. Sie blieb bis zum Schluss für mich blass und ich wusste einfach nicht, was ich von ihr halten sollte. Vielleicht lag es daran, dass Leon so leidenschaftlich ist und voller Emotionen und Alex einfach immer etwas verhalten und still reagiert. Ich kann es wirklich nicht genau sagen, doch das hat der Lesefreude auf keinen Fall einen Abbruch getan. Leons Charme, seine ganze Art und seine Leidenschaft haben einen durch den ganzen Roman einfach mitgerissen. Und als dann noch jemand anderes in der Geschichte aufgetaucht ist, trat Alex sowieso in den Hintergrund. Den neuen Charakter mochte ich wirklich sehr gerne und dieser war mir auch auf Anhieb sympathisch. Ebenso seinen besten Freund Steven mochte ich immer mehr - obwohl er ebenfalls so ein Playboy ist und sich die Mädchen nimmt, wie er möchte. 

Da ich bereits "Divinitas" von Asuka Lionera gelesen habe, wusste ich, was für ein toller Schreibstil mich erwartet. Die Autorin schreibt auch hier sehr angenehm, flüssig, locker, leicht und luftig und man fliegt nur so durch die 250 Seiten. Die erotischen Szenen prickeln vor Leidenschaft oder aggressiver Dominanz - ich sag hier nur die Szene am Schluss im Klassenzimmer (jeder, der das Buch bereits gelesen hat, weiß wovon ich rede ;)) - und kamen weder zu derb noch unangenehm rüber. Die Autorin hat genau die richtigen Worte dafür gefunden und für einen New Adult-Roman war alles passend. Mir hat es sehr gefallen.

Das Ende war für mich aber total überraschend und mit einer Wendung, die ich so nicht erwartet hätte. Ich war wirklich im ersten Moment entsetzt und musste erstmal darüber nachdenken, was hier eigentlich passiert ist. Doch abschließend kann ich sagen, dass ich es so, wie die Autorin das Ende gelöst hat, wirklich gut fand und mir es doch gefallen hat. Ich denke, dass hier allerdings die Meinungen sehr stark auseinandergehen werden. 



Mein Fazit


Ein wirklich tolles Buch, gespickt mit fesselnder Erotik, einer Geschichte, die voll überzeugt, einem sympathischen Protagonisten und einer überraschenden Wendung. "Ungenügend" ist auf jeden Fall absolut lesenswert!



Ein leidenschaftliches Lesevergnügen: 5 von 5 Punkten

Kommentare:

"Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht."
Virginia Woolf