Mittwoch, 8. Juni 2016

{ Rezension } Being Beastly - Der Fluch der Schönheit


Titel: Being Beastly - Der Fluch der Schönheit | Autorin: Jennifer Alice-Jager | Verlag: Carlsen / Impress | Seiten: 294 | Preis: 3,99 Euro eBook | Erschienen: Juni 2016



Mit sechzehn Jahren muss jedes Mädchen in Monaghan vor den König treten, der dann einen passenden Ehepartner für diese aussucht. Auch Valeria muss nun diesen Schritt tun, und da sie wahrlich das schönste Mädchen im ganzen Land ist, erhoffen sich ihre Mutter und Valeria einen guten Mann von Stand. Als der König allerdings für sie den Grafen Westwood aussucht, ist Valeria sehr schockiert - denn Gerüchten zufolge, liegt ein Fluch auf diesem Mann und seinem Land. Doch alles Weinen und Verzweifelt sein nützt nichts und Valeria begibt sich zu ihrem zukünftigen Ehemann. Dieser empfängt sie allerdings alles andere als mit offenen Armen, einzig der Leibarzt des Lords, sowie ihre beste Freundin Belltaine geben ihr Halt in der gefühlskalten Welt von Lord Westwood. Als Valeria eines Tages, in dem ihr verbotenen Flügel des Hauses, auf einen Schrank mit lauter Windlichtern stößt, kommt sie dem Geheimnis von Lord Westwood langsam auf die Schliche. Doch was sie erfährt, überschattet ihr bisheriges Leben ... 

... und die Geschichte nimmt weiter ihren Lauf. 





Ich sag noch was dazu


Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, sehr detailreich und märchenhaft schön, sodass man sich ein gutes Bild von allem machen kann. Die Grundidee ist von "Die Schöne und das Biest", doch ist die Geschichte so vollkommen anders und einfach nur unglaublich wundervoll. Erzählt wird aus der Sicht von Valeria in der 3. Person. Mir wäre zwar die Ich-Erzählperspektive etwas lieber gewesen, doch das trübt den Lesegenuss überhaupt nicht. Von der Autorin habe ich bereits das Buch „Sinabell“ gelesen - was mir auch sehr gut gefallen hat - und ich fand die Anspielung zu „Sinabell“ in diesem Buch eine nette Idee.


Die Charaktere waren mir von Beginn an sympathisch. Valeria macht am Anfang etwas den Eindruck, als sei sie nur ein verwöhntes, kleines Prinzesschen, dass nichts anderes besitzt, als ihre Schönheit, doch sie hat Herz, Mut und Verstand und mausert sich zu einer taffen jungen Frau, die letztendlich ihren eigenen und einzig richtigen Weg findet und sich für die aufopfert, die sie liebt. Das hat mir sehr gut gefallen und ich konnte ihre Entwicklung nachvollziehen und diese war für mich auch glaubhaft. 

Ihre beste Freundin Belltaine ist ein nettes und magiebegabtes Mädchen, die immer und in jeder Situation zu Valeria steht und auch hält. Sie schätzt die Dinge oft genau richtig ein und ist eine große Unterstützung für Valeria. Als sie mitbekommen hat, wie verzweifelt Valeria mit der Entscheidung des Königs war, hat sie sich freiwillig für zwei Jahre in Valerias zukünftigen Haushalt verpflichten lassen. So etwas nennt man doch Freundschaft.

Lord Westwood oder einfach nur Jayden genannt, ist am Anfang ein sehr schwer einzuschätzender Charakter. Er ist mürrisch, sehr geheimnisvoll, übellaunig, kalt und empfängt Valeria nicht wie eine zukünftige Ehefrau. Am liebsten würde er sofort die Verlobung lösen, doch leider oder zum Glück klappt das nicht so recht. Trotzdem mochte ich ihn auf eine gewisse Art sofort, weil mir ja immer im Hinterkopf die Geschichte zu „Die Schöne und das Biest“ rumgegeistert ist. Man weiß, dass er einfach nicht anders kann. Auch seine Handlungen waren für mich durchaus verständlich und seine ganze Zerrissenheit und warum er sich immer von allen so distanziert hat, waren für mich ebenso nachvollziehbar. 

Und dann wäre da noch Liam, der Hausarzt von Lord Westwood und wohl sein einziger Freund. Auch diesen mochte ich gleich zu Beginn. Er ist immer nett und freundlich, findet die passenden Worte und ist auch immer für Valeria da. Diese hegt ja im Laufe der Geschichte eine große Zuneigung zu Liam, was mir persönlich gar nicht gefallen hat. Sie soll sich doch gefälligst in Jayden verlieben :). Tja, soweit so gut, doch Liam sorgt am Ende noch für eine echte Überraschung. Ich glaube, ich war erstmal genauso verwirrt wie Valeria und auch hier muss ich nochmals sagen, dass sich die Autorin damit was ganz Geniales hat einfallen lassen. Es kam für mich richtig unerwartet. Zwar habe ich ständig schon Vermutungen angestellt, was wäre wenn … , doch damit hab ich gar nicht gerechnet. Echt gelungen! 

Ebenfalls die ganzen anderen Figuren, die in der Geschichte auftauchten, fand ich allesamt sehr toll und ganz wunderbar ausgearbeitet mit ihren Hintergründen und der gemeinsamen Vergangenheit. 


Zum Ende hin wurde es nochmal so richtig spannend und ich habe wahnsinnig mitgefiebert und gehofft. Oh man. Sogar meine Leseäuglein füllte sich mit Tränen, weil die Autorin einen gewissen Moment einfach so toll geschrieben hat. Ich bin äußerst zufrieden mit dem Ende und habe mich mit einem zufriedenen Lächeln aus der Geschichte verabschieden können. So schöööön!



Mein Fazit dazu


Eine geniale Märchenadaption, so wunderbar anders erzählt. Hach, ich liebe solche Geschichten und „Being Beastly“ gehört jetzt definitiv dazu. Es ist eine so tolle Geschichte, die mein Herz erfreut hat. Wer bekannte Märchen liebt - die aber doch so anders sind, als man sie bisher kennt -, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Mich hat „Being Beastly“ mitreißen und begeistern können und das Buch ist absolut lesenswert!



Ein biestig-schönes Lesevergnügen: 5 von 5 Punkten




1 Kommentar:

  1. Ahoy Missy Foo,

    für mich war dieses Buch eine wundervolle Neuinterpretation meines Lieblingsmärchens, mit Fantasie, einigen Überraschungen und einer wirklich süßen Liebesgeschichte *-*

    Ich lasse dann mal frech meinen Link und abendliche Grüße da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/06/being-beastly-der-fluch-der-schonheit.html

    AntwortenLöschen

"Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht."
Virginia Woolf